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Evangelische Kirchengemeinde
Oberkassel-Königswinter

Zu:flucht | 54-1

| Pfarrerin A.K. Quaas

Bittet aber, dass Eure Flucht
nicht im Winter geschehe.
Matthäus 24,20

Immerhin konnten sie damals zu dritt flüchten. Vater, Mutter und Kind.
Immerhin konnte der Vater – Josef – mit ihnen fliehen.

Sie flohen von Bethlehem nach Ägypten. Da war das Baby Jesus erst wenige Wochen alt. Und sie konnten erst nach Jahren zurück in die Heimat. Denn dort herrschte der Despot Herodes.
Erst als Herodes tot war, konnten Josef, Maria und Jesus zurück in die Heimat. – So erzählt es der Evangelist Matthäus, und seine Geschichte von der Flucht nach Ägypten ist auch ein Teil unserer Weihnachtsgeschichte.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben etwa 14 Millionen Menschen ihr Zuhause verloren. 7 Millionen haben in anderen europäischen Ländern Schutz gesucht. Es ist damit zu rechnen, dass viele, viele mehr in diesem Winter werden flüchten müssen. Weil ihre Häuser zerstört sind, weil es nicht genügend zu essen gibt, weil sie frieren, weil sie Angst um ihr Leben haben.

Nichts Menschliches ist Gott fremd.“ Dieser Satz ist meine Zuflucht, wenn mir die Menschen mal wieder fremd werden. Weil wir Menschen Krieg anfangen, weil wir den Krieg nicht beenden. Weil wir gerade die Zukunft dieser Erde verspielen und weil doch jede/r zuerst sich selbst die/der Nächste ist.

Nichts Menschliches ist Gott fremd.“ Dieser Satz ist meine Zuflucht, wenn mir mein Gott in diesen Zeiten fremd wird. Wie darf das sein, dass Millionen Menschen flüchten in Europa, dass Hundertausende getötet und verletzt werden? Wie darf das sein, dass Männer gegen ihren Willen kämpfen müssen und Frauen und Kinder in der Fremde sind?

Nichts Menschliches ist Gott fremd.“ Dieser Satz ist meine Zuflucht, wenn ich dieses Jahr Weihnachten feiere. Weil Gott selbst Mensch geworden ist, weil Gott in Jesus Christus unsere Menschlichkeit in all ihrer Abgründigkeit und in ihrem Elend erlebt hat, sind wir Menschen nicht allein. Weil Gott selbst Mensch geworden ist, wird es einen Weg in die Zukunft geben. Gott wird Mensch und nichts Menschliches ist Gott fremd.

Ihre Pfarrerin
Anne Kathrin Quaas

Informationen

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