Sommer. Sonne. Kaktus. | 53-3

| Pfarrerin A.K. Quaas

Die Zukunft ist offen wie nie zuvor.“ – Ein Satz, der bei mir in diesen Tagen hängenbleibt. Der Satz ist nicht als Ermutigung gemeint, sondern beschreibt die Verunsicherung unserer Zeit.
Eigentlich dachten wir: Wenn die Pandemie vorbei ist (oder zumindest Sommerpause hat), dann wird das Leben wieder leicht. Eigentlich galt (zumindest nach dem Ende des Kalten Krieges) doch immer: Wir leben hier in Europa in Frieden. Eigentlich bringt uns der Sommer mit Sonne und Ferienzeit doch irgendwie das Recht, das Leben leicht zu nehmen.
Eigentlich. Aber jetzt ist es Sommer geworden, und ich suche noch immer vergeblich nach der Leichtigkeit.
Die Pandemie hat unser Leben gezeichnet. Menschen fehlen, Familien haben sich über die Impffrage zerstritten, menschliche Nähe muss neu eingeübt werden.
Und die grundsätzliche Verunsicherung, die die Pandemie mit sich gebracht hat, setzt sich seit Februar im Angriffskrieg auf die Ukraine fort. Waffen dienen wieder dem Frieden (so heißt es), und Sonnenblumenöl ist das neue Klopapier. Im Konsumverhalten der Menschen spiegeln sich Angst und Kurzsichtigkeit. Als kämen wir in dieser Welt mit Pandemien und Kriegen zurecht, wenn wir nur genug Klopapier und Sonnenblumenöl kaufen und beides im Hybrid nach Hause fahren könnten.
Beim Stichwort „Hybrid“ fällt mir auch die Sommersonne wieder ein, von der ich mir die Leichtigkeit gewünscht hatte.
Statt Sommerfreude und Leichtigkeit ist von der Sonne zu berichten, dass sie gnadenlos scheint (dieser Tage in Indien), dass immer neue Hitzerekorde gebrochen werden und dass die Erderwärmung noch viel schneller voranschreitet als erwartet. Und dass es auch bei diesem Thema so gar nicht danach aussieht, dass wir Menschen in der Lage wären, die Erde zu bewahren.
Was von Gott in all dem zu sagen und zu erwarten wäre? – Hier gehören meine Überlegungen zur Zeit auch eher in die Rubrik „Verunsicherung“.
„Die Zukunft ist offen wie nie zu-
vor.“ – Wir hatten es uns eigentlich so schön ausgemalt: Die Zukunft in diesem Sommer: Sonnig, virenarm, friedlich und leicht. Und jetzt?
„Die Zukunft ist offen wie nie zuvor.“ – Ich nehme diesen Satz und lege meine Hoffnung hinein. Oder das, was davon übriggeblieben ist. Hoffnung wie ein Kaktus. Ausgetrocknet, widerborstig und vom Klima gezeichnet. Hoffnung, die jetzt keine Blüten treibt.
Meine Hoffnung ist ein Kaktus. Schlecht genährt dieser Tage, aber irgendwie noch da.
Die Zukunft ist offen. Ich hoffe: Es muss doch auch Gottes Zukunft sein. Wenn sie offen ist, die Zukunft, könnte da viel Platz sein für Gott.

Pfarrerin Anne Kathrin Quaas

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