Das Kreuz mit dem Regenbogen | 52-4

  • Pfarrerin A.K. Quaas

Schon wieder ein Regenbogen am Himmel. Dazu ein Schauspiel am Himmel als würden Weltuntergang und die Auferstehung der Toten auf einen Tag fallen. Strahlendes Licht aus der Ewigkeit des Universums, schwarze Wolken wie aufziehendes Unheil.

 

Und mittendrin der Regenbogen.
In Griechenland und der Türkei brennen die Wälder. Seit Tagen bekommen die Menschen die Feuer nicht unter Kontrolle. In den Hochwassergebieten türmt sich als Schrott das Material, aus dem die Menschen ihre Träume gebaut hatten.

Und auf das Hoch der ersten Hilfe folgt das Tief der Verzweiflung über die unsichere Zukunft. In Afghanistan sind die Taliban auf dem Vormarsch. Demokratie und Menschenrechte gehen schneller wieder verloren als geahnt. Die nächste Coronawelle baut sich langsam aber sicher auf und die Hoffnung auf Herdenimmunität scheint Geschichte zu sein.
Hunderte von Regenbogenbildern habe ich zu Beginn der Pandemie verschickt. Viele Regenbogenbilder wurden in die Fenster geklebt. Und jetzt schon wieder ein Regenbogen am Himmel. Mittlerweile würde ich ihn lieber übersehen. Die bunte Botschaft von der Treue Gottes deckt sich zunehmend schlecht mit meiner Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Gott sprach: »Ich schließe diesen Bund mit euch und mit allen Lebewesen bei euch. Er gilt für alle künftigen Generationen. Und dies ist das Zeichen, das an den Bund erinnern soll: Ich setze meinen Bogen in die Wolken. Er soll das Zeichen sein für den Bund zwischen mir und der Erde. Wenn ich Wolken über der Erde aufziehen lasse, erscheint der Bogen am Himmel. Dann denke ich an meinen Bund mit euch und mit allen Lebewesen. Nie wieder soll das Wasser zur Sintflut werden, um alles Leben zu vernichten. Der Bogen wird in den Wolken stehen. Wenn ich ihn sehe, denke ich an den ewigen Bund Gottes mit allen Lebewesen – mit allem, was auf der Erde lebt.«
(1. Mose 9, 9–15)

Die Kurzfassung der Regenbogengeschichte (Gott ist treu und wird seine Schöpfung erhalten), die kann ich zur Zeit nicht so leicht erzählen. Ich hoffe und bete, sie stimmt. Aber nach anderthalb Jahren Pandemie und diesem Sommer möchte ich die Geschichte anders lesen und erzählen. Ich möchte mehr davon erzählen, dass wir Menschen als Bündnispartner*innen Gottes auch Pflichten haben. Die Pflicht zur Umkehr, zur Veränderung. Und die Pflicht zur Erfurcht vor allem Leben und vor Gott als dem Ursprung allen Lebens.
Und ich möchte die Geschichte von Regenbogen nicht als Kindergeschichte erzählen. Sie ist nicht naiv. Der Bogen in den Wolken erscheint, wenn die Wolken aufziehen und das Licht sich in den Fluten des Regens bricht. Er erscheint, wenn die Dinge in Bewegung sind. Der Bogen am Himmel steht nicht dafür, dass alles bleibt, wie es ist. Aber er erinnert Gott und Menschen an ihre tiefe Verbundenheit. Und die ist auf Zukunft angelegt.

Ihre Pfarrerin Anne Kathrin Quaas

 

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